2024 bekamen Vater und Sohn Schilbach ein Angebot eines Oldtimerfreundes nicht aus dem Kopf. Sven wollte seinen 1956 erbauten Framo V901/2 verkaufen, denn er hatte ein Alltagsauto im Sinn, mit dem er auch täglich fahren konnte. Nach ein paar Wochen des Nachdenkens entschloss sich Hermann Schilbach das Auto zu kaufen. Die Freude war auch beim Sohn Bernd groß, es ist ein wunderbarer kleiner DDR-Transporter, der uns an die vergangene Zeit erinnert. Der Anlasser wurde im Frühjahr ersetzt und arbeitet jetzt wieder sauber. Auch auf dem Tirpersdorfer Heimatfest war das Auto bereits in 2024 mit dem Vogtländischen Oldtimerclub Oelsnitz unterwegs und vor Ort.
Dabei ist die Marke Framo tatsächlich keine DDR-Erfindung. Bereits im Jahr 1927 enstand die sächsische Automobilfirma, deren Namen sich aus der ursprünglichen Produktionsstätte Frankenberg und dem Zusatz „motorenwerke“ ergab. Hier baute man zunächst Kleintransporter und später auch PKW. Ab 1957 erfolgte eine Umbennennung in VEB Barkas-Werke Hainichen und danach wurde der Firmensitz nach Karl-Marx-Stadt verlegt.
1927 wurde aus der Kombination eines Motorrads mit einer Ladefläche der robuste und preiswerte DKW-Eil-Lieferwagen (Typenbezeichnung TV 300) als motorisiertes Dreiradfahrzeug hergestellt und schnell erfolgreich. Ab 1931 folgten die Typen LT 200 und LT 300 und LTH 200 und 300. Der erste PKW war der FP 200/300 Stromer und es folgten Picollo VH 200 und 300. Es folgten weitere Modelle. 1945 wurde der damalige Geschäftsführer Werner Skafte Rasmussen von den Sowjets verhaftet und er starb am 21.09.1945 im Internierungslager Toszek. Der Betrieb wurde vollständig demontiert. Vorerst wurden Kartoffelpressen, Handwagen, Kinderroller und Küchenherde produziert.
1949 wurde Framo zum VEB umgewandelt und bereits 1950 konnten 500 Kleintransporter ausgeliefert werden. Ab 1951 begann der Export, die Typenbezeichnung änderte sich in Framo V 901. Der bei der Familie Schilbach angekommene Framo Baujahr 1956 ist vom Typ V901/2. Einen gänzlich neuen Transporter stellte dann der Barkas B100 dar, der 1961 in Produktion ging.
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